CDU Kreisverband Minden-Lübbecke

Arbeitskräfte gewinnen, Bürokratie abbauen!

Fachgespräch der CDA Minden-Lübbecke zur Zukunft der Pflege

Bad Oeynhausen. Am 19. Januar 2026 fand zu diesem Thema ein mehrstündiges, politisches Fachgespräch im Seniorenzentrum Bethel Bad Oeynhausen statt. Veranstaltet wurde die Gesprächsrunde vom CDA-Kreisverband Minden-Lübbecke, eingeladen hatte dessen Vorsitzender Ulrich Stadtmann. Gastgeber der Veranstaltung war Joachim Knollmann als Hauptgeschäftsführer des Seniorenzentrums Bethel Bad Oeynhausen.

Unter dem Titel „Arbeitskräfte und Bürokratieprobleme am Beispiel des Pflegebereichs“ diskutierten Fachleute aus Politik, Pflegepraxis und Verbänden über die aktuellen Herausforderungen der Pflegebranche. Ziel des Fachgesprächs war es, bestehende Probleme offen zu benennen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

v.l.: Pit Abruszat (Vors. JU Union Minden-Lübbecke); Daniel Scheen-Pauls MdL  (Landesvorsitzender der CDA NRW);  Ulrich Stadtmann (Vors. CDA Minden-Lübbecke); Joachim Ebmeyer MdB; Hans-Joerg Deichholz (CDU-Sozialpolitiker Kreis Minden-Lübbecke); Joachim Kv.l.: Pit Abruszat (Vors. JU Union Minden-Lübbecke); Daniel Scheen-Pauls MdL (Landesvorsitzender der CDA NRW); Ulrich Stadtmann (Vors. CDA Minden-Lübbecke); Joachim Ebmeyer MdB; Hans-Joerg Deichholz (CDU-Sozialpolitiker Kreis Minden-Lübbecke); Joachim K

Auf dem Podium saßen Pit Abruszat, Vorsitzender der Jungen Union Minden-Lübbecke, die zu dem Fachgespräch ebenfalls mit eingeladen hatte, sowie Bianca Winkelmann, Mitglied des Landtages für Minden-Lübbecke und Marleen Schönbeck, Pflegeexpertin der CDA Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls nahmen Daniel Scheen-Pauls, Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der CDA NRW, Hans-Joerg Deichholz, CDU-Sozialpolitiker im Kreis Minden-Lübbecke, der das Fachgespräch mit einen inhaltlichen Impuls eröffnete sowie Joachim Ebmeyer, Bundestagsabgeordneter für Herford und Bad Oeynhausen, an der Diskussion teil. Die „Tages-Sichtweise“ aus der Pflegepraxis brachten Sabine Krecker, stellvertretende Pflegedienstleiterin, und Maik Detert, Pflegedienstleiter des Seniorenzentrums Bethel Bad Oeynhausen, ein. Ergänzt wurde die Runde durch Imad Alkhamees, der als Personalvermittler für die Integration von Fachkräften nach Deutschland tätig und in der CDA aktiv ist.

In der Diskussion wurde deutlich, dass der Pflegebereich dringend entbürokratisiert werden muss. Insbesondere die langen Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte, die ihre Ausbildung bereits im Ausland abgeschlossen haben, stellen eine große Hürde dar. Diese Verzögerungen erschweren es Pflegeeinrichtungen erheblich, dringend benötigtes Fachpersonal zeitnah einzusetzen.

Ein weiterer zentraler Punkt war die Personalvorgabe der Pflegekassen, die einen sehr hohen Anteil an examinierten Pflegefachkräften verlangen, um Pflegeplätze refinanziert zu bekommen. Dies verschärft den Fachkräftemangel zusätzlich, da der Einsatz von Betreuungskräften oder Pflegehilfskräften allein nicht ausreicht, um die geforderten Personalschlüssel zu erfüllen. Der Kostenapparat wird darüber hinaus erheblich belastet da die Gehälter der examinierten Fachkräfte höher sind als die der Pflegehilfskräfte.

Kritisch diskutiert wurde außerdem der hohe Dokumentationsaufwand in der Pflege. Jede Maßnahme am und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern muss detailliert dokumentiert werden, um den Anforderungen der Pflegekassen gerecht zu werden. Bereits kleinste Lücken in der Dokumentation können negative Konsequenzen für die Einrichtungen haben. Als Beispiel wurde genannt, dass z.B. BewohnerInnen-Tätigkeiten und Aktivierungen durch Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten ebenfalls von den Pflegefachkräften dokumentiert werden müssen, was zusätzlichen Zeitdruck erzeugt – gerade in großen Einrichtungen wie dem Seniorenzentrum Bethel Bad Oeynhausen mit rund 187 vollstationären Pflegeplätzen.

Das Fazit des Nachmittags fiel trotz einiger weniger unterschiedlicher Sichtweisen konstruktiv aus. Es zeigte sich, dass die Anforderungen und Ideen der Teilnehmenden in die gleiche Richtung gehen. Abschließend wurde das Fachgespräch von allen Beteiligten als sehr aufschlussreich und vielschichtig bewertet. Einigkeit bestand darin, dass der Dialog fortgesetzt werden muss. Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, sich erneut zu treffen, um konkrete und umsetzbare Verbesserungen für die Pflegebranche zu erarbeiten.