Kampeter fordert Kreativität

Staatssekretär will Runden Tisch gegen Fachkräftemangel einsetzen

Kreis Minden-Lübbecke (WB). Bei einem Informationsgespräch zwischen dem Staatsminister Steffen Kampeter (CDU) und der Agentur für Arbeit zur Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt hat sich gezeigt, dass die Zahl der offenen Stellen immer höher wird.

Frauke Schwietert, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Herford, und der Leiter der Geschäftsstelle Minden, Thomas Fischer (rechts), informieren Steffen Kampeter über den heimischen Arbeitsmarkt.

In der Region werde der Bedarf an Fachkräften absehbar immer schwerer zu bedienen, sagte Frauke Schwietert, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Herford. Diese Situation gehe einher mit dem Konjunkturaufschwung im Mühlenkreis, der bereits heute dafür sorgt, dass nicht alle Stellen für Fachkräfte kurzfristig besetzt werden können - und dies trotz gegenwärtig etwa 11 000 bei den Agenturen vor Ort als arbeitslos gemeldeten Personen.

Der »Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit ist das strukturelle Phänomen des Arbeitsmarktes, das im konjunkturellen Aufschwung zunimmt«, erläuterte die Arbeitsmarktexpertin. Exemplarisch für den gestiegenen Bedarf an Fachkräften ständen Zahlenbeispiele wie jene: In diesem Februar hatten sich im gesamten Agenturbezirk lediglich 13 Ingenieure arbeitslos gemeldet. Gesucht hingegen werden gegenwärtig 102 - wovon in den vergangenen Wochen 41 Arbeitsstellen neu hinzugekommen sind. Ähnliches gelte bei Elektrikern. Bis Februar stieg der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen in Minden auf 650. Und in der Geschäftsstelle Lübbecke auf 521 - von 243 im Jahr 2010.

Wenn offene Stellen auch bei Arbeitslosigkeit nicht besetzt werden können, so Schwietert, passen zum einen Arbeitsnachfrage und -angebot nicht zueinander. Zum anderen sei dies aber auch Resultat aus Informations- und Suchdefiziten.

Genau an diesem Punkt will Kampeter ansetzen: Vor Ort und speziell für den Kreis Minden-Lübbecke wird er die Frage umfassend erörtern. »Handlungsdruck sehe ich vor allem auch mit Blick in die Zukunft«, erklärt Kampeter. Bis 2030 wird für den Kreis Minden-Lübbecke mit einer Abnahme von Erwerbsfähigen im Alter von 25 bis 60 Jahren um 22,6 Prozent - von 149 000 auf 115 300 Personen - gerechnet. Kampeter: »Zu dem Runden Tisch werde ich Vertreter der heimischen Wirtschaft und Politik einladen, um gemeinsam nach Strategien zu suchen, beziehungsweise bereits praktizierte Konzepte im Bemühen, einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, auszutauschen.« Denn fest stehe, so Steffen Kampeter weiter: »Die Personalwirtschaft wird sich vor dem Hintergrund des demographischen Wandels modernisieren müssen - hier ist auch Kreativität von den Unternehmen gefordert.«

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