David McAllister gibt sich die Ehre

Niedersachsens Ministerpräsident zu Gast beim CDU-Neujahrsempfang bei der Firma ZF Lemförder in Dielingen

Dielingen (WB). Gelöste Stimmung, ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft, ja, fast schon Optimismus pur: Beflügelt vom Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister und der positiven wirtschaftlichen Entwicklung 2010 hat die Kreis-CDU bestens gelaunt ihren Neujahrsempfang 2011 im Unternehmen ZF Lemförder in Dielingen begangen.
Und da sich ein Ministerpräsident nur höchst selten die Ehre im Mühlenkreis gibt, waren Spannung und Vorfreude bei den weit mehr als 200 Gästen am Freitagabend deutlich spürbar. Mit begeistertem Beifall begrüßten sie den Niedersachsen in den Räumen des gastgebenden Unternehmens.

Viel Prominenz
Bevor der Ehrengast sprach, wurden die zahlreichen CDU-Mitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet von ihrem nicht minder prominenten Kreisvorsitzenden, dem parlamentarischen Staatssekretär Steffen Kampeter, und der Unternehmensleitung begrüßt. Neben dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung in Dielingen, Reinhard Buhl, hatte es sich auch Hans-Georg Härter, der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Friedrichshafener Konzerns, nicht nehmen lassen, aus diesem besonderen Anlass nach Stemwede zu kommen.
Zu diesem, so Kampeter, »politischen Neujahrsauftakt nach Maß« hieß der Kreisvorsitzende neben dem CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Ortgies und dem Europa-Parlamentarier Elmar Brok zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft willkommen, darunter Rila-Chef Helmut Richter, Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak und Arbeitsagentur-Leiterin Frauke Schwietert.



Pointenreiche Rede
Der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende David McAllister hatte nach dem herzlichen Empfang während seiner ebenso pointierten wie humorvollen Neujahrsansprache nicht nur ein ums andere Mal die Lacher auf seiner Seite, sondern wusste auch deutlich Position zu beziehen.
Angesichts der Art und Weise wie Deutschland die Krise besser gemeistert habe als alle anderen EU-Staaten sagte er, es werde zu viel schlecht geredet: »Andere Länder hätten gern unsere Probleme. Vielleicht sollten selbst wir Deutschen uns einmal freuen können über das, was wir erreicht haben.«
Ebenso wie seine Vorredner Steffen Kampeter und die ZF-Vertreter Reinhard Buhl und Hans-Georg Härter sah McAllister das gute Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik als Basis der raschen wirtschaftlichen Erholung, aber auch die moderaten Tarifparteien. Viele Maßnahmen wie Verlängerung der Kurzarbeit, flexible Tarife, Konjunkturprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten hätten zur Bewältigung beigetragen.
ZF Lemförder mit seinen mehr als 4000 Beschäftigten in der länderübergreifende Dümmer-Region sah er als ein Beispiel dafür an, dass es richtig sei, dass Deutschland sich weiterhin als Industriestandort begreife: »Der Mix aus Agrarwirtschaft, Dienstleistung und Industrie hat sich als besonders stabil erwiesen.« Daher sehe er mit Sorge eine »De-Industrialisierung in den Köpfen vieler«. Dies gelte ebenso für Fragen der Energieversorgung. »Energie müsse sicher, ökologisch vertretbar und bezahlbar sein. »Bei der Solarförderung die Bremse zu ziehen war richtig. Vom Erneuerbare-Energien-Gesetz profitieren nur die chinesischen Solarzellen-Hersteller.«



Zukunftsaufgaben
McAllister ließ auch andere Herausforderungen der Zukunft nicht unerwähnt. Absolute Priorität habe die Haushaltskonsolidierung. »Das Neuverschuldungsverbot ab 2020 ist eine harte Prüfung.« Hart ging McAllister dabei mit der »abenteuerlichen Finanzpolitik« seiner nordrhein-westfälischen Amtskollegin Hannelore Kraft ins Gericht: »Was derzeit in Düsseldorf passiert, halte ich für unverantwortlich gegenüber nachfolgenden Generationen.« Wer jetzt Geld ausgebe, das er nicht habe und später auf Ausgleichszahlungen hoffe, der könne von ihm keine Solidarität erwarten. Dies quittierten die Anwesenden mit spontanem, lautstarkem Applaus.
Als besondere Leistung der vorherigen schwarz-gelben Landesregierung unter Jürgen Rüttgers lobte der Niedersachse, dass nach Jahrzehnten endlich der Autobahnlückenschluss der A 30 bei Bad Oeynhausen begonnen worden sei. McAllister betonte, dass er für den Ausbau von Straßen, Wasserstraßen und Schienennetz sei. Zur Reaktivierung des »Sulinger Kreuzes« sagte er: »Wenn es Gutachten gibt, die die Wiederbelebung der Bahnstrecke als eine attraktive Möglichkeit belegen, werden wir uns aktiv daran beteiligen.«


Standort-Zusage
Mit beeindruckenden Zahlen belegte ZF-Chef Hans-Georg Härter die Trendwende der Wirtschaft im Jahr 2010: »2009 hatten wir 25 Prozent Umsatzrückgang, 2010 dagegen ein Wachstum von 38 Prozent.« Man hoffe, den Umsatz in diesem von 12,9 Milliarden weiter auf mehr als 14 Milliarden steigern zu können. Das Unternehmen sei ohne betriebsbedingte Kündigungen durch die Krise gekommen, betonte er. Der Dielinger Vorstandschef Reinhard Buhl zeichne für drei Milliarden Euro Umsatz verantwortlich. »Und wir beabsichtigen in keiner Weise, den Standort zu schwächen. Im Gegenteil«, bekräftigte Härter die im vergangenen Jahr gegebene Standort-Zusage des Konzerns.

Weitere Bilder im Internet:
http://www.westfalen-blatt.de/redaktion/bildergalerie/bildergalerie_detail.php?id_alb=3219

 

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